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Rhein-Ruhr Institut für Sozialforschung und Politikberatung

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Top-cited papers from Rhein-Ruhr Institut für Sozialforschung und Politikberatung

Erweiterung des Sicherheitsbegriffs
Stephan Heinrich, Hans‐Jürgen Lange
2009· VS Verlag für Sozialwissenschaften eBooks20doi:10.1007/978-3-531-91837-2_15

Die Erweiterung des Sicherheitsbegriffs bzw. der erweiterte Sicherheitsbegriff entstammt ursprünglich der militärischen und sicherheitspolitischen Diskussion. Er orientiert sich an der Auflösung der strikten, historisch bedingten Trennung zwischen äußerer und innerer Sicherheit. Unter Innerer Sicherheit werden dabei diejenigen Fragen und Problemlagen verstanden, die sowohl Staat als auch Gesellschaft aus sich selbst heraus bedrohen. Die äußere Sicherheit hingegen besteht in der Abwesenheit von äußeren Eingriffen in die Staatssphäre bzw. der entsprechenden Vorsorge. Der Wegfall der Blockkonfrontation zwischen Ost und West in Folge der Reformprozesse in Osteuropa und des Zerfalls der Sowjetunion führten in den 1990er Jahren in der NATO dazu, die neue weltpolitische Lage als Ausgangssituation für neue Strategien und Aufgabenstellungen zu nehmen und auf neue Sicherheitsbedingungen hin auszurichten (vgl. Bundesakademie für Sicherheitspolitik 2001). Von wesentlicher Bedeutung dafür sind die Zunahme von regional begrenzten Krisen, die nicht mehr als klassische Stellvertreter-Konflikte wie in der Ära der Blockkonfrontation zu verstehen waren. Diese Krisen werden vor allem als Low Intensity Conflicts ( - LIC -, vgl. van Creveld 1998) oder asymmetrische Kriegsführung (vgl. Münkler 2002) thematisiert und zeichnen sich dadurch aus, dass sie vor allem in Form von Bürgerkriegen innerstaatliche Konflikte eskalieren und auf Grund ihrer Folgen wie Flüchtlingsbewegungen, dem Zusammenbruch kompletter Infrastruktursysteme sowie Verelendungserscheinungen zur Destabilisierung ganzer Regionen führen. Überregionale Bedeutung kommt diesen Krisen auf Grund ihrer antizipierten Wirkung auf die westlichen Staaten zu: Migrations- und Fluchtbewegungen, Kriegsökonomien (Waffen- und Drogenhandel), aber schlussendlich auch terroristische Bewegungen werden als indirekte und direkte Bedrohungen verstanden. Vor diesem Hintergrund setzt sich Sicherheit zumindest aus fünf Dimensionen zusammen, die nicht mehr streng voneinander getrennt werden können. Neben der traditionellen äußeren (militärisch verstandenen) Sicherheit nimmt die Bedeutung der polizeilichen, ökonomischen, aber auch der sozialen und ökologischen Aspekte der Sicherheit zu (vgl. Buzan et al. 1998). Nur in ihrer Gesamtheit und mittels einer integrierten Betrachtung führen diese unterschiedlichen, aber sämtliche menschlichen Lebensweisen umfassenden Aspekte zur annähernden Erreichung eines Sicherheitszustandes. Ein umfassender Sicherheitsbegriff wird daher zum wesentlichen und entscheidenden Faktor der gesellschaftlichen Entwicklung und deren Bestand.

Einblick: Cop Culture und Polizeikultur
Thomas Schweer, Hermann Strasser
2008· VS Verlag für Sozialwissenschaften eBooks18doi:10.1007/978-3-531-90962-2_1

Nicht nur die Wirtschaft, der Arbeitsmarkt und die Kultur, auch die Institution der Polizei und deren Einsatzkräfte werden mit den Folgen des tief greifenden Wandels unserer Gesellschaft durch Individualisierung, Globalisierung und Migration konfrontiert. Die Konflikte mit arbeitslosen Jugendlichen, Obdachlosen, Spätaussiedlern, nicht-residenten Ausländern, aber auch mit ethnischen Minderheiten mit Aufenthaltsrecht und deutscher Staatsbürgerschaft haben in den letzten Jahren zugenommen und werden voraussichtlich weiter zunehmen (vgl. Schweer/Zdun 2005a, 2005b). Das gilt vor allem für die Problemstadtteile großer Ballungsräume. Die Öffentlichkeit wird auf diese Umstände vor allem durch medial aufbereitete Ereignisse, wie besonders brutale Gewalttaten oder Äußerungen in Wahlkampagnen, aufmerksam — eine Aufmerksamkeit, die zeitlich begrenzt, emotional aufgeladen und daher der Lösung des Problems wenig dienlich ist.

Der Staat der Politik und die Massenmedien. Ein gesellschaftstheoretischer Bezugsrahmen zur Analyse politischer Kommunikation
Frank Marcinkowski
1996· VS Verlag für Sozialwissenschaften eBooks9doi:10.1007/978-3-322-95653-8_4

Der Zusammenhang von Massenkommunikation und sozialem Wandel gehört nach wie vor zu den unbewältigten Herausforderungen der Forschung im Konvergenzbereich von Soziologie, Politik- und Kommunikationswissenschaft. Dafür werden vielerlei Gründe genannt, unter anderem der, daß die zuständigen Referenzdisziplinen Soziologie und Politikwissenschaft selbst mannigfaltige (Theorie) Probleme mit dem sozialen Wandel haben. Solange die Gesellschaftswissenschaften, so wird argumentiert, anstelle einer unbestrittenen theoretischen Grundlage einen Strauß konkurrierender theoretischer “Ansätze” zu dessen Analyse anböten, könne auch der publizistikwissenschaftliche Zugriff auf das Thema nur unvollkommen und vorläufig sein (vgl. Saxer 1994: 331). Wenngleich dieser Hinweis seine Berechtigung haben mag, ist auch die Gegenthese kaum von der Hand zu weisen, wonach die zeitgenössische Kommunikationsforschung nach wie vor nicht unter zuviel, sondern unter zuwenig theoretischer Anregung oder Irritation “leidet” und insoweit eine Anreicherung um zusätzliche Theorieperspektiven zumindest nicht schaden kann. Dabei scheint seit einiger Zeit die neuere soziologische Systemtheorie in das theoretische Vakuum vorzudringen. Dieser Linie folgend knüpfen die nachstehenden Überlegungen an einschlägigen Vorarbeiten zur systemtheoretischen Konzeptualisierung des Verhältnisses von politischem und publizistischem System an.

Erweiterung des Sicherheitsbegriffs
Stephan Heinrich, Hans‐Jürgen Lange
2009· VS Verlag für Sozialwissenschaften eBooks8doi:10.1007/978-3-531-91212-7_15

AuszugDie Erweiterung des Sicherheitsbegriffs bzw. der erweiterte Sicherheitsbegriff entstammt ursprünglich der militärischen und sicherheitspolitischen Diskussion. Er orientiert sich an der Auflösung der strikten, historisch bedingten Trennung zwischen äußerer und innerer Sicherheit. Unter Innerer Sicherheit werden dabei diejenigen Fragen und Problemlagen verstanden, die sowohl Staat als auch Gesellschaft aus sich selbst heraus bedrohen. Die äußere Sicherheit hingegen besteht in der Abwesenheit von äußeren Eingriffen in die Staatssphäre bzw. der entsprechenden Vorsorge. Der Wegfall der Blockkonfrontation zwischen Ost und West in Folge der Reformprozesse in Osteuropa und des Zerfalls der Sowjetunion führten in den 1990er Jahren in der NATO dazu, die neue weltpolitische Lage als Ausgangssituation für neue Strategien und Aufgabenstellungen zu nehmen und auf neue Sicherheitsbedingungen hin auszurichten (vgl. ). Von wesentlicher Bedeutung dafür sind die Zunahme von regional begrenzten Krisen, die nicht mehr als klassische Stellvertreter- Konflikte wie in der Ära der Blockkonfrontation zu verstehen waren. Diese Krisen werden vor allem als Low Intensity Conflicts ( — LIC —, vgl. ) oder asymmetrische Kriegsführung (vgl. ) thematisiert und zeichnen sich dadurch aus, dass sie vor allem in Form von Bürgerkriegen innerstaatliche Konflikte eskalieren und auf Grund ihrer Folgen wie Flüchtlingsbewegungen, dem Zusammenbruch kompletter Infrastruktursysteme sowie Verelendungserscheinungen zur Destabilisierung ganzer Regionen führen. Überregionale Bedeutung kommt diesen Krisen auf Grund ihrer antizipierten Wirkung auf die westlichen Staaten zu: Migrations- und Fluchtbewegungen, Kriegsökonomien (Waffen- und Drogenhandel), aber schlussendlich auch terroristische Bewegungen werden als indirekte und direkte Bedrohungen verstanden.

Entrepreneurial aspirations and start-up motives of women chemists in Germany
Ute Pascher, Melanie Roski, Brigitte Halbfas
2015· International Journal of Gender and Entrepreneurship8doi:10.1108/ijge-03-2013-0026

Purpose – The purpose of this paper is to promote better understanding of different women entrepreneurs and self-employed women with regard to their educational level and field of study. Foremost, the aim is providing detailed knowledge about the phenomenon of women self-employed chemists in R&D sectors and throwing light not only on the single women but also on the general conditions they are working in and their opportunities to get ahead. Design/methodology/approach – The interdisciplinary research team followed an integrated research approach and combined qualitative with quantitative methods. By focussing on motives and causes of women self-employed chemists, this paper refers to the findings of two sub-studies, an online survey on self-employed (female and male) chemists in Germany and a qualitative study on the basis of biographical interviews tracing the professional biographies of women self-employed chemists. Moreover, the findings are analysed based on other sub-studies, like the analysis of the (start-up) conditions within the chemical industry and a discourse analysis of a well-known chemical periodical. Findings – It was found that the differences between female and male chemists turning self-employed or starting a business are less pronounced than the differences between male and female founders, in general. Research demonstrates that women chemists do have high qualifications and if they become entrepreneurs, the main cause for that is escaping their organisational employment. Being entrepreneurially active, women chemists might work more satisfactorily, at least they are able to surround the glass ceiling. Originality/value – This paper seeks to fill the gap of limited in-depth information on knowledge about female entrepreneurs and self-employed women with an academic background in chemistry. Focussing on one single field of study and profession of female entrepreneurs is, in that way, unique, as the research has looked on professionals who are not predestined for entry in entrepreneurship.

Fernsehen im Alltag
Georg Ruhrmann
1996· VS Verlag für Sozialwissenschaften eBooks6doi:10.1007/978-3-322-95653-8_10

Dieser Beitrag verfolgt das Ziel, die sich individualisierende Fernsehrezeption im Kontext technologischer Entwicklungen zu beschreiben, und in einen größeren Zusammenhang von Lebensstilen zu stellen. Mit Hilfe der Dimensionen “Komplexität”, “Institution”, “Globalität” und “Organisation” des in Kapitel II vorgestellten analytischen Modells werden in diesem Kapitel Veränderungen des Nutzungsverhaltens nachgezeichnet. Zur Rekonstruktion von Fernsehen im Alltag eignet sich das Lebensstilkonzept, wobei die soziologische Diskussion das Konzept kritisch validieren kann. Den nachfolgenden Überlegungen liegen folgende erkenntnisleitende Fragen zugrunde:

Improving China’s Environmental Performance through Adaptive Implementation—A Comparative Case Study of Cleaner Production in Hangzhou and Guiyang
Ting Guan, Dieter Grunow, Jianxing Yu
2014· Sustainability6doi:10.3390/su6128889

This paper examines local policy implementation of Cleaner Production (CP) in China. As the major policy implementer, China’s local government plays a crucial role in promoting CP. A better understanding of the factors affecting local government’s incentives regarding CP and different strategies available to the local government can help policy makers and implementers improve CP practices and other environmental policy outcomes. This paper uses the cases of Hangzhou and Guiyang to demonstrate that local conditions of policy implementation have a direct impact on the success of CP promotion. Based on 35 in-depth interviews, statistical data and internal government reports, we find that the location-based incentives of local government strongly influence their implementation strategies; and that the choices of different strategies can bring out various policy results. From this study, the identified location-based incentives are affected by energy resource endowment, economic development stage and technological competence. The successful implementation strategies involve using different policy instruments synthetically, regulating CP service organizations by controlling their qualifications, differentiating CP subsidizations, and improving transparency of project progress and outcomes.

Aspekte der Alltagsdramatisierung in der Medienkultur: Produzierte Wirklichkeiten in mediensoziologischer Perspektive
Udo Göttlich
2008· VS Verlag für Sozialwissenschaften eBooks5doi:10.1007/978-3-531-90898-4_7

AuszugGalt fernsehen vor nicht allzu langer Zeit noch als Rückzug aus dem Alltag, so gibt es im aktuellen Programmangebot immer seltener Gelegenheit, an inszenierten Alltagssituationen vorbeizuschauen. Alltag und Alltäglichkeiten werden vor allem in den jüngeren, als Reality-TV bezeichneten Genres bzw. Formaten, d.h. von Daily Talks über Doku Soaps bis hin zu Gerichtsshows und Formaten wie Deutschland sucht den Superstar mittlerweile in einer solchen Dichte angeboten, dass ein eigenes Universum entstanden ist, für das Landkarten erst noch zu erarbeiten sind. Eine mediensoziologische Aufgabe sehe ich an dieser Stelle darin, der Art und Weise der Alltagsinszenierung und -dramatisierung sowie der damit verbundenen Darstellung von Privatheit und Öffentlichkeit Hinweise über Funktion und Bedeutung solcher Alltagspräsentationen in der Gegenwart zu entnehmen.

Bundespolizei / Bundesgrenzschutz
Jean-Claude Schenck
2007· VS Verlag für Sozialwissenschaften eBooks4doi:10.1007/978-3-531-90596-9_10

I. Die Bundespolizei (BPol), bis zum 1. Juli 2005 Bundesgrenzschutz (BGS), wird in bundeseigener Verwaltung geführt, „sie ist eine Polizei des Bundes im Geschäftsbereich des Bundesministeriums des Innern“ (§ 1 Abs. 1 Bundespolizeigesetz — BPolG). Zu ihren hauptsächlichen Aufgaben gehören der grenzpolizeiliche Schutz des Bundesgebietes, die Gefahrenabwehr auf dem Gebiet der Bahnanlagen, der Schutz vor Angriffen auf die Sicherheit des Luftverkehrs, der Schutz von Bundesorganen, internationale Polizeieinsätze sowie die Unterstützung anderer Bundesbehörden, etwa des Bundeskriminalamtes beim Personenschutz oder des Bundesamtes für Verfassungsschutz auf dem Gebiet der Funktechnik.

Technik und Systeme der Inneren Sicherheit
Stephan Heinrich
2009· VS Verlag für Sozialwissenschaften eBooks4doi:10.1007/978-3-531-91212-7_12

Die Sicherheitsbehörden nutzen seit ihrer Entstehung Technik in unterschiedlichen Weisen zur Aufgabenerfüllung und Organisation. Mit der Einführung des Computers entstand ein umfassendes und leistungsfähiges technisches System, das auf der einen Seite mit der Utopie einer totalen Machbarkeit der Sicherheit vor Kriminalität, auf der anderen Seite mit der Dystopie eines allmächtigen Überwachungsstaates verbunden wurde. Beide Aspekte nahmen in ihrer Bedeutung für die öffentliche Diskussion in den letzten Jahren ab, obwohl die Potenziale technikgestützter Kriminalitätsbekämpfung rapide anwuchsen. In den Vordergrund hingegen traten unterschiedliche Problemstellungen, die sich aus der Technisierung für die Sicherheitsbehörden ergaben. Zu nennen sind beispielsweise neue Formen der Kriminalität im Internet, aber auch problembelastete Technikeinführungen wie bei INPOL-neu oder die bislang noch nicht erfolgte Einführung des Digitalfunks. Hierbei stellen sich die Fragen, wie und unter welchen Bedingungen die Technisierung der Sicherheitsbehörden erfolgt, ob sie von der dynamischen Technikentwicklung überfordert sind und welche Folgen sich daraus für das System der Inneren Sicherheit ergeben. Erst in letzter Zeit werden, als Folge der erheblich erweiterten Befugnisse und Fähigkeiten der Sicherheitsbehörden im Zuge der Terrorismusbekämpfung, vor allem die aktuellen Tendenzen ihrer umfänglichen Datenerfassungs- und -verarbeitungskapazitäten wieder verstärkt thematisiert und kritisch beleuchtet.

Gewalttätigkeit in Nachrichten- und politischen Informationssendungen
Thomas D. Bruns, Frank Marcinkowski
1997· VS Verlag für Sozialwissenschaften eBooks3doi:10.1007/978-3-322-97356-6_7

In diesem Untersuchungsabschnitt geht es um die Frage, in welcher Weise sich die Darstellung von Gewalt in Nachrichten- und politischen Informationssendungen verändert hat, und zwar in quantitativer wie in qualitativer Hinsicht. Quantitativ bedeutet in diesem Zusammenhang etwa, ob sich die Häufigkeit und die Lange von Gewaltdarstellungen im Untersuchungszeitraum verändert haben. Die qualitative Analyse von Gewalt hingegen fragt danach, ob die Intensität der Darstellung aggressiver Handlungen zu- oder abgenommen hat, ob die Gewaltdarstellungen vielleicht brutaler geworden sind, ob sich die inhaltlichen Aspekte derartiger Themen gewandelt haben, und ob sich die Funktion von Gewalt für die „Dramaturgie“ einer politischen Informationssendung verändert hat.

Thematische und inhaltliche Struktur der Berichterstattung in Nachrichten- und politischen Informationssendungen
Thomas Bruns, Frank Marcinkowski
1997· VS Verlag für Sozialwissenschaften eBooks3doi:10.1007/978-3-322-97356-6_5

Die Zusammenstellung und inhaltliche Aufbereitung von Themen in Nachrichten- und politischen Informationssendungen ist aus sozialwissenschaftlicher wie medienpolitischer Perspektive vor allem im Hinblick auf ihre Vielfältigkeit und Tiefe von Interesse. Von demokratischer Politikvermittlung in pluralistischen Gesellschaften muß, wie einleitend dargelegt, verlangt werden, daß sie die Vielfalt der Interessen, Meinungen, Handlungsebenen und sozialen Gruppen in größtmöglicher Breite widerspiegelt, um den basalen politischen Prozeß der Interessenvermittlung anzuregen und eine notwendige Bedingung für chancengleiche Interessenberücksichtigung zu schaffen. In diesem Sinne verpflichten die gültigen rundfunkrechtlichen Bestimmungen das Fernsehen auf Vielfalt, Ausgewogenheit und Objektivität in der Berichterstattung.

Fragestellung, analytischer Zugang und Aufbau der Untersuchung
Heribert Schatz
1996· VS Verlag für Sozialwissenschaften eBooks3doi:10.1007/978-3-322-95653-8_2

Der vielbeachtete „Bericht zur Lage des Fernsehens“, dem damaligen Präsidenten der Bundesrepublik Deutschland, Richard von Weizsäcker, von einer Kommission unter Leitung des ehemaligen Vizepräsidenten des Bundesverfassungsgerichts, Ernst Gottfried Mahrenholz, im Februar 1994 erstattet (vgl. Groebel et al. 1995), befaßt sich mit dem auch von uns bearbeiteten Thema, den Veränderungen des Leitmediums Fernsehen, und bietet damit einen guten Ausgangspunkt zur Darlegung unserer eigenen Fragestellung und des von uns gewählten analytischen Zugangs zum Thema. Der Bericht ist von der Sorge getragen, die aktuelle Entwicklung des Fernsehens, diesem wichtigen „Medium und Faktor der öffentlichen Meinungsbildung“ (BVerfG), gehe in eine Richtung, in der seine „Gemein-wohl-Bezogenheit“ zunehmend gefährdet sei.

Social Marketing. Ein hilfreicher Weg für die Kirche?
Thomas Schierl
1995· Communicatio Socialis1doi:10.5771/0010-3497-1995-3-253

Communicatio Socialis (ComSoc ) , Seite 253 - 274

Programmstruktureller Kontext von Nachrichten- und politischen Informationssendungen
Thomas Bruns, Frank Marcinkowski
1997· VS Verlag für Sozialwissenschaften eBooks1doi:10.1007/978-3-322-97356-6_4

Die in den folgenden Kapiteln vorzustellende Inhaltsanalyse bezieht sich auf ein spezielles Programmsegment des Fernsehens, die Nachrichten- und politischen Informationssendungen. Um vorab einen Eindruck davon zu vermitteln, welche Verschiebungen der Stellenwert genau dieses Segments in den Strukturen der einzelnen Programme sowie des Fernsehens insgesamt während des Beobachtungszeitraums erfahren hat, muß zunächst der programmstrukturelle Kontext von Nachrichten- und politischen Informationssendungen beleuchtet werden. Die Mißachtung dieses Kontextes könnte im Extremfall dazu führen, daß die Inhaltsanalyse über relativ stabile Inhalte und Präsentationsweisen der Nachrichten- und Informationssendungen berichtet und dabei möglicherweise übersieht, daß dieser Sendungstyp im gleichen Zeitraum insgesamt ein eher exotisches Nischenprogramm geworden ist.

Kriminalpolitik, politische Steuerung und wissenschaftliche Politikberatung
Stephan Heinrich, Hans‐Jürgen Lange
2008· VS Verlag für Sozialwissenschaften eBooks1doi:10.1007/978-3-531-90894-6_24

AuszugPolitikberatung ist ein schillernder und zugleich schwammiger Begriff, der zwischen den Bezugspunkten wissenschaftlicher Beratung, Public Affairs und Public’ Relations chargiert. Ebenso vielfältig sind die Akteure und Zielsetzungen der Politikberatung sowie deren Einfluss und Einbeziehung im politischen Prozess. Der folgende Beitrag beschäftigt sich nur mit einem Ausschnitt dieses Spektrums. Er bezieht sich auf die Beratung der politischen Akteure durch die Wissenschaft und damit in erster Linie auf die Dimensionen1 von Policy (Politik-und Programminhalte) sowie — eingeschränkt — von Polity (Politikstrukturen). In der Realität können beide Dimensionen oftmals nicht von der Politics-Dimension (Politikprozesse) getrennt werden, denn sie überschneiden sich häufig in vielfältiger Weise. Wissenschaftliche Politikberatung wird dabei als Versuch verstanden, sowohl Policy wie auch Polity, also die Inhalte und Strukturen von Politik, unter Einbeziehung rationaler, wissenschaftlich begründeter Aussagen und Kenntnissen zu gestalten und damit zu einer rational begründeten und legitimierten Form der Politik zu gelangen — ohne jedoch die Autonomie originär politischer Entscheidungen bzw. deren Spielraum einzuschränken.

Ausblick: Auf dem Weg in die Präventionsgesellschaft?
Hermann Strasser, Thomas Schweer
2008· VS Verlag für Sozialwissenschaften eBooks1doi:10.1007/978-3-531-90962-2_8

AuszugAn der Wirtschaftsfront scheinen die Meldungen noch immer gut zu sein, nicht so bei der Kriminalität. Die Drogenkonsumenten werden immer jünger, die Aufklärungsquote stagniert, Terror, Jugendgewalt und Amokläufe verunsichern die Welt, die subjektive Angst vor Kriminalität steigt. Kein Wunder, möchte man meinen, dass in der öffentlichen Diskussion Kriminalität ausschließlich als Problem auftaucht, das bekämpft werden müsse.

The northrhine‐westphalia project: “Man and technology”
Marianne Schatz‐Bergfeld
1988· The Information Society1doi:10.1080/01972243.1988.9960061

Abstract The “Man and Technology'’ programme is part of a wider “Enterprise for Future Technologies” programme designed to assist the State of Northrhine‐Westphalia to overcome its current economic and social problems, and is concerned with the shaping of technology in a socially compatible way. After a review of the questions and problems raised by the information technology—family interface, the various aspects of the programme are set out.

Zur politikwissenschaftlichen Verortung des Untersuchungsthemas: Massenmedien und das Vermittlungsproblem moderner Gesellschaften
Thomas Bruns, Frank Marcinkowski
1997· VS Verlag für Sozialwissenschaften eBooks1doi:10.1007/978-3-322-97356-6_2

Nachrichten- und politische Informationssendungen des Fernsehens sind Teil desjenigen Prozesses, für den Ulrich Sarcinelli vor einigen Jahren den Begriff der „Politikvermittlung“ geprägt hat (vgl. zur allgemeinen Grundlegung Sarcinelli 1987, 19–45). Die zweite Hälfte dieser Wortschöpfung verweist offenbar auf ein Kernproblem aller Gesellschaftswissenschaften. Fragen diese ganz allgemein nach den Bedingungen der Möglichkeit sozialer Ordnung, so ist mit dem Begriff „Vermittlung“ oder mit dem in der amerikanischen Sozialwissenschaft üblichen Konzept „Linkage“ (vgl. Dominick 1990) zweifellos eine der grundlegendsten Bedingungen der gesellschaftlichen Ordnungsbildung genannt. Denn ohne Verbindung und Vermittlung würden Individuen, Gruppen und Institutionen möglicherweise gar nichts voneinander wissen, vor allem nichts von ihren Bedürfnissen, Wünschen und Interessen, und auf der Basis dieser Unwissenheit wäre gesellschaftliches Zusammenleben schwerlich vorstellbar. Die logische Anschlußfrage lautet also, welche Mechanismen konkrete Gesellschaftsformationen zur Verfügung stellen, um das Vermittlungsproblem zu bearbeiten. Folgt man dem deutschen Soziologen Niklas Luhmann (vgl. Luhmann 1975), so kommen dafür drei Vermittlungsprinzipien in Frage:

Fallstudie zu den filmsprachlichen Mitteln in Nachrichtensendungen und politischen Magazinen
Thomas Bruns, Frank Marcinkowski
1997· VS Verlag für Sozialwissenschaften eBooks1doi:10.1007/978-3-322-97356-6_9

Die vorliegenden Inhaltsanalysen politischer Kommunikation im Fernsehen sind in ihrer Mehrzahl Analysen des gesprochenen Wortes. Demgegenüber steht die kaum bestrittene Tatsache, daß audiovisuelle Kommunikationsformen wie das Fernsehen wesentliche Informationsgehalte durch visuelle Stimuli konstruieren. Insofern muß man davon ausgehen, daß die meisten Inhaltsanalysen nur einen (wie breiten?) Ausschnitt der Botschaften dokumentieren, die vom Rezipienten aufgenommen und ausgewertet werden. Über den verbleibenden Rest weiß die Forschung wenig. Das hängt in erster Linie mit dem Methodenstatus auf dem Gebiet der Inhaltsanalyse zusammen. Die traditionellen Techniken der Inhaltsanalyse wurden explizit für den Bereich des Verbalverhaltens konzipiert und reichen insoweit zur Erfassung visueller Phänomene nicht aus. Wesentlich für diese Forschungslücke ist aber auch, daß es im Bereich der nonverbalen Kommunikation, anders als im Verbalbereich, keine auf Vereinbarung beruhende verbindliche Sprachregelung gibt. Insoweit wären auch genaueste Meßdaten über die dargebotene Bildinformation hinsichtlich ihrer psychologischen Semantik nur schwerlich auswertund interpretierbar. Das gilt in gesteigertem Maße für die eigentliche Kamerahandlung, die eine eigenständige semantische Ausdrucksebene bildet und sich prinzipiell mit der Semantik des Abgebildeten überlagert.